Sonntag, 28. März 2010

Das IYA hier & anderswo: Eine Bilanz der Bilanzen

Das International Year of Astronomy hat hunderte Millionen in der Welt und mindestens eine, wenn nicht zwei Millionen in Deutschland in der einen oder anderen Weise berührt, Amateurastronomen spielten dabei allerorten Schlüsselrollen, und neu entstandene Netzwerke sind das zentrale Vermächtnis: So lässt sich, ein Vierteljahr danach, das "Ergebnis" zusammenfassen, das wurde gestern auf dem wohl letzten deutschen Spezial-Meeting zum IYA deutlich. Zahlreiche der wichtigsten deutschen "Akteure" waren gekommen, vielleicht sogar die Mehrheit, und C. Scorza berichtete auch gleich noch von der Tagung CAP 2010 letzte Woche in Südafrika, wo IYA-Aktivisten aus gleich 45 Ländern ein Resumee gezogen und - natürlich - gefordert hatten, dass der Impuls erhalten bleiben müsse. Rund 70% der IYA-Arbeit weltweit hätten Amateurastronomen vollbracht, berichtete Scorza von der Tagung (5 ganz unterschiedliche Impressionen von dort auch hier, hier, hier, hier und hier; die diversen Konferenzbeiträge werden später noch online gestellt), und auch in Deutschland wäre ohne sie wenig gelaufen.

Geballte Impressionen - mit unvermeidlichem NRW-Bias - sind z.B. über diese Webseite zu finden, die sämtliche IYA-Bilder und -Berichte dieses Bloggers jenseits der Postings hier verlinkt. Der - wie auch andere Sprecher auf der Tagung - bei der Zusammenstellung der Highlights von 2009 ins Staunen kam, wie viel da insgesamt gelaufen ist, trotz des viel beklagten de-facto-Boykotts des IYA durch die Bundesregierung und weitgehender Ignoranz durch die "großen" Medien. (Dagegen gab es viel Lob für manche Lokalpresse, die bereitwillig über die IYA-Aktionen berichtete.) Die Metropolregion Nürnberg hat ihre Erfolge bereits in einer beeindruckenden 88-Seiten-Broschüre dokumentiert, und auch das nationale IYA-Komitee wird in ein paar Wochen mit einer ähnlichen Schrift zumindest etliche Facetten des schier unüberschaubaren Ganzen präsentieren. Auch der Blogger konnte bei dem Meeting noch von manch 'Übersehenem' erfahren, z.B. einem Astro-Wettbewerb für bayerische Schulen, der einige Kreativität entfacht und auch guten Erfolg beim Einwerben von Sponsoren hatte. (Und gerade gab's auch in Kanada den Gewinner eines IYA-Schulwettbewerbs.)Das IYA-Hauptquartier in Garching ist dem Vernehmen nach noch bis Jahresende finanziert und setzt auch weiterhin einen Update nach dem anderen in die Welt, mit in der Regel wöchentlichen Zusammenfassungen, so vom 26., 12. und 5. März (die Ausgabe vom 19. März scheint nirgends archiviert zu sein) und 26. Februar. Die Astronomie und ihre öffentliche Präsenz entwickeln sich derweil munter weiter - gerade kam z.B. ein AP-Bericht aus dem Gaza-Streifen über einen dortigen Astro-Aktivisten! Dieses Blog wird in Zukunft vor allem solche Trends aus aller Welt berichten - und das IYA und sein Vermächtnis sollen auch auf der Tagung der Astronomischen Gesellschaft im September in Bonn eine Rolle spielen.

Montag, 22. Februar 2010

Deutsches "Nachtreffen" zum IYA am 27. März in Bonn!

Für ein häufig gewünschtes nationales Nachtreffen zum IYA2009 hat das deutsche Komitee nach einer Umfrage unter seinen Mitgliedern jetzt folgendes festgelegt: Der TERMIN ist Samstag, der 27. Maerz 2010, die ZEIT 12 Uhr bis spätestens 17 Uhr und der VERANSTALTUNGSORT das Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn. Es geht um einen Rückblick auf Erfolge und Probleme beim IYA2009 aber auch um einen Ausblick für die kommende Zeit. Das ist Treffen ist offen für Meldungen und Beiträge aller Art und aller Personen und möge breit beworben werden. Anmeldeschluss für Beiträge ist der 21. März 2010; formlose Anmeldung mit Titel und vorgesehener Dauer genügt. Bitte nicht böse sein, falls wir bei zahlreichen Anmeldungen nicht alle Wünsche erfüllen können. Die endgültige Tagesordnung wird in kleinem Kreis festgelegt. Anmeldungen mit und ohne eigenen Beitrag bitte bis zum Mittwoch, dem 24. März 2010, and den deutschen SPoC, Michael Geffert, geffert ÄT astro.uni-bonn.de (ÄT durch @ ersetzen). Das IYA sorgt auch jetzt noch für manche Meldung, und die wöchentlichen Updates der IYA-Zentrale laufen auch weiter (hier vom 19., 12. und 5. Februar) wie auch die Berichte z.B. des US-Knotens (mit vielen Bilanzen).Allgemeine Fragen der astronomischen Öffentlichkeitsarbeit und der Wissenschaftsvermittlung insgesamt stellen sich 2010 genau so wie im IYA, und in diesem Blog sollen auch weiterhin Ideen, Erfolge und Probleme berichtet werden. Etwa, dass Studenten ganz schön wenig wissen, wie man einen Science Slam durchführt, dass schon wieder ein Paper aus dem Galaxy Zoo hervorgegangen ist, was das Spitzer Space Telescope und Olympia zu tun haben - und dass die Frage der Lichtverschmutzung weiter zu Leitartikeln führt ob der Erkenntnis, dass verschwendetes Licht auch noch Geld kostet ...

Sonntag, 31. Januar 2010

Das "Vermächtnis" des IYA wird ein bisschen klarer

Einer Rede des Sekretärs P. Russo vom 9.1., eine langen IAU Press Release vom 8.1., einer Mitteilung des US-Knotens vom 5.1., dem Dokument "The IYA Legacy - Roadmap to IYA2009's Living Heritage" vom 31.12. und einer zahlenreichen Grafik sind die nach Einschätzung des eigenen Managements größten Erfolge des International Year of Astronomy zu entnehmen, bei dem zuletzt 148 Länder mitmachten - und all jene Projekte, die über 2009 hinaus weiter gehen sollen. Unter anderem wird das Galileoscope weiter hergestellt werden (allerdings von einem kommerziellen Anbieter und zu höheren Kosten), der Podcast 365 Days of Astronomy und das Blog Cosmic Diary gehen munter weiter, die zahlreichen Kommunikationsnetzwerke, die im Rahmen des IYA entstanden sind, bleiben erhalten, und es wird auch weiter Aktionen wie die "100 Hours of Astronomy" geben, das nächste Mal schon diesen April, der als Global Astronomy Month begangen werden soll.

Offiziell "beendet" ist das IYA seit dem 10. Januar mit dem Ende einer prunkvollen Abschlussfeier im italienischen Padua: Von dort wurde live gebloggt, auch in einem IYA-Blog aus Sri Lanka, und es berichteten Sky & Telescope und StarStryder (Fortsetzung), sonst offenbar kaum jemand. Allgemeine IYA-"Nachrufe" gab es auch von Physics World und Cosmic Log - und das Science Museum in London möchte IYA-Artefakte aller Art sammeln, wenn sie nicht zu sperrig sind (Aufruf). Bei den Nachfolgeprojekten will sich die IAU weiter einbringen, wobei es im Konkreten aber oft an Manpower und Mitteln fehlt. Ein erstes "Produkt" des IYA ist schon mal die AstroSphere, in der das IYA online weiterleben soll.

Zum IYA in Deutschland gab es eine Mini-Debatte, etwas Konfusion über den 'Status' im Lande und zahlreiche Artikel im "Hobby Garten Blog" (z.B. hier). Die Kepler-Gesellschaft zieht eine positive Bilanz, in Bayern gab es einen Schülerwettbewerb, in Launsbach eine Lehrstunde in der Grundschule, die Gasometer-Ausstellung ist weuter auf Erfolgskurs, der Kieler Mediendom war auch erfolgreich, in Borken hat das IYA einiges bewirkt, und dieses Blog wurde mal wieder zitiert.

Im Ausland wird natürlich ebenfalls über die Welt nach dem IYA debattiert, der Jodcast hat einen seeehr langen Rückblick, auf den Philippinen gibt es eine ellenlange Liste von Errungenschaften, in Österreich gab's noch ein Neujahrskonzert, in Bangladesh gab's einen Astro-Workshop, in Chile soll man doch mal das astroreiche Elqui-Tal besuchen, in Israel haben Uranus und Neptun hebräische Namen bekommen, in der Schweiz dient das IYA der Leseförderung, in Australien wurden Kulturen überbrückt, in Kanada gibt's Starchasers Camps und in Indien heißt es Teach the Teachers. Und das IYA taucht weiter in den Artikeln auf ...

Ansonsten die zentralen Updates vom 29., 22., 15. und 8. Januar, ein Astronomer Without Borders Newsletter vom 27. Januar, ein TWAN Newsletter vom 13. Januar und ein StarPeace Newsletter vom 4. Januar. • Ein IYA-Teddybär. • Das IYA ganz vorne in einem Jahresrückblick der ARD (wo auch die "Augen im All" promotet wurden). • Spekulationen über eine weitere Starparty im Weißen Haus, geäußert auf einer Astro-Tagung. • Eine StarLight Certification. • Kritik am NASA-TV. • Ein populäres Universums-Video, erstellt allerdings mit Planetariums-Standard-Software. • Eine Schüler-Pulsar-Entdeckung. • Hoffnung für das Moskauer Planetarium. • Ein Vergleich von Planetariums-Software. • Und eine Nerd Nite in Deutschland.

Freitag, 1. Januar 2010

Das war's mit dem IYA 2009! War's das?

Das 103. Posting in diesem Blog ist das erste nach dem International Year of Astronomy, in dem rund um den Globus eine Unmenge passiert ist - was davon bleibt, wird sich erst viel später zeigen, jetzt hagelt es erst einmal Bilanzen, offizielle mit und ohne 'harte' Zahlen, persönliche, Facetten. Auf der Homepage der globalen Abschlussveranstaltung in Padua gibt es ein nettes neues Video, und ein IAU Press Release verspricht "the beginning of a new era: Beyond IYA2009" mit einem "legacy programme", das "will foster continued cooperation and will aim to sustain the enduring network, activities and innovative concepts for education and public outreach in astronomy which have been shown to be successful in IYA2009." Zu guter Letzt gab es noch die Gewinner des Fotowettbewerbs zu den Galilean Nights (hier die Shortlist, mit einer Deutschen) - und eine kleine Mondfinsternis, die dank Webcasts zu einem globalen Vergnügen wurde (Vorberichte aus Deutschland und Indien). Und das IYA fand Erwähnung in manchem Jahresendbericht wie hier oder hier.

Fazits des IYA wurden in Deutschland übergreifend gezogen in den KosmoLogs und den ScienceBlogs und regional von der Stadt Kiel (dazu auch ein Artikel und ein - älteres - Video), in Weil der Stadt und Umgebung (im Kepler-Fieber) und Weikersheim. Außer in knapp 100 anderen Postings in diesem Blog sind allerlei IYA-Errungenschaften auch bei Skyweek 2.0 zu finden (sonst hat bei Wordpress niemand das Tag "IYA" benutzt). • Aus dem Ausland liegen Bilanzen aus den Niederlanden (persönliche Anmerkungen einer zu Ruhm gelangten Sternfreundin), Pakistan (langer Artikel!), den USA (auch speziell New Mexico und persönlich) und Armenien vor. • Im DLF geht das IYA 2010 einfach weiter (recht so!), und es wird auch in zahlreichen Artikeln über 2010 erwähnt, so hier, hier oder hier - und auch in einem Artikel über 2011 ...

In Deutschland gab es gegen Ende des IYA drei Astrogeschichts-Ausstellungen gleichzeitig in Bonn, wo zuletzt eine im Frauenmuseum öffnete. • In einem Adventskalender des ZDF erlebte "der Astronom" A. Hänel einen bemerkenswerten Auftritt. • In Rheinfelden sorgte ein aufblasbares Planetarium für Aufsehen, in Cottbus die heitere Oper "Die Welt auf dem Mond" und in Gönnsdorf eine Volkssternwarte mit IYA-Logo. • Beim DLR sind jetzt alle IYA-Fragen der Woche zentral zu sehen.

Im Ausland hat in Japan ein IYA-Zähler 6.4 Millionen erreicht. • Aus Kanada Bilder des allerletzten IYA-Events. • In Indien ein Fotowettbewerb. • In Italien "Stars and Particles: The Voice of the Universe". • In Neuseeland Bemühungen um ein world night sky reserve. • In Österreich ein Kulturpreis im Zusammenhang mit Rheticus, eine Ausstellung, allerlei zu Kepler und Poesie. • In Wales ebenfalls Dark-Sky-Bemühungen. • In Tunesien ein Galilei-Event. • In Bulgarien Besuche auf dem Rozhen. • Aus Korea Schlussgedanken. • In Israel Namen für Uranus & Neptun. • Und in den USA Galileoscopes auf einer Lehrer-Tagung.

Ansonsten noch IYA Updates vom 25. und 18. und News Round-Ups vom 28., 19. und 13. Dezember, eine Webseite über Kepler, ein "anderes" Galileoscope von den Philippinen, deutsche IYA-Lyrik (mehr) und ein - älterer - IYA-Radiobeitrag über altmexikanische Astronomie. • Auch noch interessant: eine gewaltige Expansion des Galaxy-Zoo-Gedankens. Die kosmische Hintergrundstrahlung auf einem didaktischen Ball. Und die plötzliche Rückkehr der Bundesregierung zu einem thematischen Wissenschaftsjahr 2010 - dass man ausgerechnet im immerhin von der UN-Vollversammlung ausgerufenen IYA pausieren zu müssen glaubte, ist da um so bitterer. Ja, wenn das IYA die Mittel etwa für Werbung zum Beispiel des Jahres der Mathematik 2008 gehabt hätte ...

Sonntag, 13. Dezember 2009

Ein erster Versuch einer Bilanz des Astronomiejahres in Deutschland ...

... wurde diesen Mittwoch auf einer Pressekonferenz des IYA-Komitees versucht: Da der deutsche Weg ausgesprochen dezentral war und es auch keine "Meldepflicht" für Veranstaltungen mit dem IYA-Label gibt, wird man vielleicht nie wissen, was alles passiert ist. Aber es war eine Menge, das wurde nicht nur diesem Blogger beim Sichten von rund 2000 IYA-Fotos von Events allein aus dem Köln-Bonner- und Ruhr-Raum für eine Präsentation auf der PK klar. Unter den Rückläufen auf eine Umfrage unter IYA-Aktiven stach besonders die Antwort aus Stuttgart hervor: Dort wird man die Mehrheit der Aktionen wegen ihres Erfolges auch 2010 wieder aufgreifen, seien es öffentliche Starparties (6-mal angesetzt, 6-mal Wetterglück), Veranstaltungen zusammen mit Museen oder gar im Kontext einer Weinprobe. Wo man dagegen nur auf das praktische Beobachten setzte, war oft der Frust groß gewesen, anderswo bekamen lokale Astroprojekte durch das IYA den entscheidenden Schwung - und vielerorts sind die erhofften Netzwerke entstanden, die in die Zukunft tragen mögen. Noch im Aufbau ist dazu das Web-Portal "Astronomie in Deutschland", in dem auch die alte IYA-Webseite aufgehen wird.

In Deutschland fehlte es dem IYA bekanntlich an nachhaltiger Unterstützung durch die öffentliche Hand, was letztens auch ein prominenter Volksastronom (der hier schon ein Schlusswort spricht) bei einer Veranstaltung beklagte. Trotzdem positiv wurde die Lage hingegen in einer großen Radiosendung gesehen, die IYA-Erfolge in Schulen und Kindergärten wähnt; in einer anderen Sendung schaffte es das IYA immerhin in eine Jahresbilanz. Noch ist es ja nicht vorbei und hat z.B. einen Adventskalender der RUB inspiriert, auch hier erwähnt. • Als wahrscheinlich letzte große IYA-Ausstellung öffneten heute die "Frauen, die nach den Sternen greifen" in Bonn, wofür sogar international geworben wurde, auch wird es, wie diesem Kalender zu entnehmen ist, eine IYA-inspirierte Sylvesterparty geben; hier und hier noch weitere Berichte von der Bücher-Ausstellung. • Weitere Meldungen aus Augsburg, Jena (mehr), Amberg, Potsdam, Hamburg, Suhl, München und Vreden (mehr) - und eine 3SAT-Sendung zum IYA sowie eine Finnin bei der Woche der Schulastronomie in Deutschland.

Im Ausland ist die Reise des GalileoMobile zuende, und es gibt Berichte aus Kanada (Astrotheater, Kinder und ein Lehrer), dem U.K. (IYA-Event in Stonehenge, Astronomen-Portraits [mehr, mehr] und ein Statement von J. Bell), Frankreich, Rumänien, Mallorca, Österreich, den USA (ein Fazit, ein Update, Brecht, noch einer, Geminiden, Puppentheater und ein Lehrer, Mauritius, Indien (ein Tänzchen, etwas späte Werbung und Bildhauer), Japan (IYA-Finale Tag 1 und Tag 2 sowie ein Konzert), Australien (Pulse@Parkes und Astrofest), Mexiko und aus dem Vatikan.

Ansonsten die Erinnerung, dass es noch nicht vorbei ist, die Ankündigung, dass der Podcast "365 Days of Astronomy" 2010 weiter geht, IYA Updates vom 11. Dezember, 4. Dezember und 28. November, News Round-Ups vom 4. Dezember und 27. November, das IYA in einem Comic, eine Besprechung des IYA-Buches Das Ende der Nacht, mehr zur neuen Kepler-Oper und eine Erwähnung des IYA in einem Blog, der es immerhin für sinnvoll hält. Ausserdem ein Artikel über Planetarien, Erfahrungen beim astronomischen Outreach auf hoher See, ein Essay über Probleme der Wissenschaftskommunikation in heutiger Zeit, Material der Division of Planetary Sciences für Schulen - und ein Astro-Comic, über die HST-Beobachtungen des SL9-Jupiter-Crashs vor 15 Jahren.

Donnerstag, 26. November 2009

Wissenschaftsorganisationen, -förderer "bekennen sich zum Dialog mit der Gesellschaft"

Während sich so mancher IYA-Aktivist dieser Tage fragt, wie es wohl nach 2009 weiter gehen wird und wie man die Erfahrungen des Astronomiejahres in die Zukunft tragen kann, ist heute ein "Perspektiven-Papier namens "Wissenschaft im Öffentlichen Raum – Zwischenbilanz und Perspektiven für das nächste Jahrzehnt" aufgetaucht, das der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Initiative 'Wissenschaft im Dialog' vorgelegt haben und dem die Allianz der Wissenschaftsorganisationen zugestimmt hat. Zu den Erfolgen der Vergangenheit zählt man u.a.: "Das Engagement für den Wissenschaftsdialog trägt heute positiv zur Reputation eines Wissenschaftlers bei. Die Bereitschaft der Wissenschaftler, sich der Öffentlichkeit zuzuwenden, ist deutlich gestiegen. Die Wissenschaft hat neue interaktive Formate der Wissenschaftsvermittlung entwickelt und diese zielgruppenspezifisch eingesetzt. Wissenschaft begegnet den Bürgern – wie Musik und Kunst – heute viel häufiger und selbstverständlicher als noch vor einem Jahrzehnt. Die Berichterstattung über Wissenschaft in den Publikumsmedien hat stark zugenommen." Künftig solle der Bürger aber auch miterleben, wie eine wissenschaftliche Erkenntnis zustandekommt - und das mag bei der Astronomie noch relativ transparent sein.

IYA-Nachrichten aus Deutschland: In Oberhausen waren schon über 400'000 im Gasometer mit der Weltraumausstellung. In München gibt es auch eine Ausstellung (mehr, mehr). Und in Heidelberg gibt's alte Bücher (mehr, mehr und mehr). Dito in Bonn, wo auch eine weitere IYA-Aktion im Deutschen Museum stattfand. Weitere Bilder und Meldungen aus Sankt Augustin (öffentliche Beobachtung), Jena (Lange Nacht der Wissenschaft), Koblenz (Nacht der Technik), Bremerhaven (56. MNU-Tagung), Hamburg (mehr), Eberswalde, Rheinfelden (Astrofoto-Ausstellung), Offenburg (mehr), Neumarkt, Dinslaken (Dinslakener Amateurastronomen), Bochum, Saarlouis, Köln-Sülz und Siegen (mehr). Und dann war da noch die Woche der Schulastronomie, die man in Sachsen zum Anlass für einen kontroversen offenen Brief nahm.

Aus dem Ausland wurde wieder ein Starpeace-Ereignis bekannt, diesmal mit Azerbaijan, Iran, Irak und Syrien. In den USA gab es ein buntes Bild 152-mal zum Aufhängen, was z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier das von der NASA erhoffte Echo fand. Ebenfalls aus den USA: No Night w/o a Scope, TWAN auf einer Folk Fair, ein geklauter Uranus und ein Planetarium in einer Reality-Show. • In Schottland gibt es nun den ersten Dark-Sky-Park Europas, was hier, hier, hier, hier und hier gewürdigt wird. Und ein exotisches Konzert in London. • Und in Kanada hat der "Galileo Moments"-Zähler die Marke von 1 Mio. überschritten, was dies und dies bedeuten soll. • Weitere Links zu Usbeskistan, Rumänien, Frankreich, Indien (mehr und mehr), Sri Lanka, Österreich und dem Vatikan (mehr und mehr).

Ansonsten IYA Updates vom 22. und 14. und News Roundups vom 20. und 13. November, ein IYA-Song, eine als IYA-Event deklarierte VLBI-Aktion, Kepler-Münzen in Deutschland und San Marino und eine Kepler-Oper in Österreich und den USA. • Gesucht wird ein Office for Astronomy Development der IAU, das sich um den IYA-Nachfolger "Astronomy for the Developing World" kümmert. • Aus Anlass des IYA ist ein Etymological Dictionary of Astronomy and Astrophysics, English-French-Persian, online gegangen. • Die Webseite für Astronomie ohne Teleskope hat eine neue Adresse, es gibt Tipps für Stargazing with Kids, und deutsche Schüler haben mit MONET geforscht. • Und der Ausstellungszug ist zuende.

Montag, 9. November 2009

Nach den Galileischen Nächten: Was kommt eigentlich nach 2009?

Die Galilean Nights sind längst Geschichte, ebenso die verwandte MoonWatch - noch werden Berichte gesammelt, aber längst geht der Blick nach vorn: Wie können die Erfahrungen des IYA über 2009 hinaus gewahrt bleiben? Aus Kanada dazu einige lesenswerte Gedanken. Galilean-Nights-Berichte gibt es z.B. aus Deutschland (Bonn und Giessen), Österreich, den USA (Hawaii mit Video, Mass., Kansas [auch ein Webcast {screenshots, noch einer und ein Mondbild}] und Florida), Kanada, Indien (Pläne), Bangladesh, Irak, China, Argentinien, Brasilien (eine Szene), Uruguay und Australien. Und von der anschließenden MoonWatch Berichte hier, hier, hier, hier (nicht alles drehte sich ums Sonnensystem), hier, hier, hier und hier.

In Deutschland gab es mehrere "kulturelle" IYA-Events in rascher Folge, wozu auch ein astro-historisches Theaterstück aus Aachen und eine flächendeckende Kunstaktion in Köln zählen. • In Bonn gibt es am 21.11. eine Astro-Lese-Aktion (im Rahmen von Käptn Book) und beginnt am 29.11. eine IYA-Ausstellung in der Uni-Bibliothek. • Weitere Meldungen aus Weimar (Astronomie & Schule), Rheinfelden (Ausstellung astronomischer Bilder), Jena (Nacht der Wissenschaften 13.11.; eine Licht-Aus-Aktion war wohl wenig bekannt ...), Zeitz (kein Bock), Marne (Astro-Meile), Nagold (Astrowochen der VHS), Düsseldorf (Vorträge am 10.11.) und Heidelberg (noch eine Ausstellung). • Über die Gasometer-Ausstellung in Oberhausen wird hier gejubelt, mit unzähligen Bildern. • Und in Würzburg entsteht eine neue Schulsternwarte im IYA.

Aus dem Ausland kommen diesmal die interessantesten Berichte aus Indien: Dort hat man tatsächlich 30 Starparties in Folge hinbekommen, popularisiert die Astronomie und bringt sie an die Schulen. • Im Iran hat sich doch tatsächlich der Präsident zum IYA geäußert, während in Israel Uranus und Neptun richtige Namen bekommen sollen. • In Italien gibt's eine Ausstellung "Stars and particles. The words of the Universe", im UK ein Konzert anlässlich der Leoniden - und eine Frage zur Lichtverschmutzung im Parlament (der ganze Dialog dauerte nur Sekunden). • In Griechenland ist eine IYA-Münze herausgekommen (mehr), und in Südafrika wird der Gewinn eines IYA-Wettbewerbs der ESA gefeiert. • In den USA u.a. eine "telescope renaissance night", die Aktion "Capture the Colorful Cosmos" und ein offizieller und noch ein Bericht von der Star Party im Weißen Haus.

Ansonsten noch Updates vom 6. November und 30. Oktober, News Round-Ups vom 7. November und 31. Oktober, eine Besprechung des IYA-Buches "Weltgeheimnis", Material zu Kepler für den Unterricht, 10 Gründe, warum Kinder Astronomie lieben, ein IYA Special des Scientific American, eine Bilanz der Astro-Teilchen-Woche - und eine Reihe minimalistischer IYA-Poster-Ideen, leider ohne das Logo, das doch als einziges eine gewisse 'corporate identity' des IYA stiftet. • Im Vatikan schließlich gibt's nicht nur eine Ausstellung, sondern kam es auch zu einer Audienz für Astronomen: Mehr, mehr, mehr, mehr, mehr - und des Papstes Worte.